Kategorie: März 2025 Gutscheine und Geld aus Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika 1914–1922

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges war Deutsch-Südwestafrika, wie die anderen Kolonien, vom Mutterland und damit auch von der Bargeldversorgung abgeschnitten. Der Reichsgouverneur reagierte auf diesen Bargeldmangel und ließ bereits Anfang August (also im ersten Kriegsmonat) Banknoten in Markwährung ausgeben. Die Stückelungen betrugen 5, 10, 20, 50 und 100 Mark. Alle Banknoten wurden auf sehr dünnem, weichem Papier gedruckt. Dies erklärt auch, warum so wenige Banknoten bis heute erhalten geblieben sind. Alle Banknoten tragen die Faksimile-Unterschrift des Reichsgouverneurs Dr. Seitz, weshalb die Banknoten auch als Seitz-Noten bekannt sind.

Nach der vollständigen Besetzung der Kolonie durch die Südafrikanische Union im Jahr 1915 wurde die britische Währung eingeführt. Die bis dahin im Umlauf befindliche Reichswährung und die Seitz-Noten wurden aufgrund der völlig unvorbereiteten Währungsumstellung für ungültig erklärt. Man hoffte, dies durch die Ausgabe von 10, 25, 50 Pf, 1 Mark, 2 Mark und 3 Mark Notgeld durch große Unternehmen beheben zu können. Doch bald gaben auch Klein- und Kleinstunternehmen Notgeld in Papierform aus. Obwohl die deutschen Banken all diese Notgeldemissionen als Zahlungsmittel akzeptierten, herrschte im Zahlungsverkehr so viel Verwirrung, dass die Deutsche Handelskammer in Windhuk die Buchhandlung in Swakopmund beauftragte, Notgeld auszugeben, das landesweit gültig war. Dieses Notgeld zirkulierte dann in der gesamten Kolonie als gültiges Zahlungsmittel.